Mein neues Handy- ein HTC Wildfire mit Android…
Für die Leute die mich kennen ist es schon fast ein Wunder, dass mein Handy nicht mit Windows läuft. Mein gutes altes Windows Mobile Handy hat Probleme mit der Tastatur gehabt und ich habe leider kein Windows Phone Entwicklungshandy bekommen… Tja und da hat es mich gepackt – nach dem Test von einem Motorola Milestone wollte ich mehr über dieses neue Betriebssystem erfahren. Wie kann es sein, dass man 200.000 Geräte am Tag auf den Markt bringt und diese Modelle nahezu ausverkauft sind? Also habe ich es einfach mal probiert. Mittlerweile kann ich nach dem Test von 6 Wochen sehr gut sagen, was ich von dem Gerät halt. Es bringt einfach nichts alles toll oder alles Mist nach 2 Tagen zu schreiben.
Die Hardware – günstig und hochwertig
Tja, ich habe immer noch nicht geschrieben, ob ich es nach 6 Wochen nun toll finde oder nicht… Kommen wir daher erst einmal zu den Fakten. HTC liefert mit dem Wildfire ein sehr gut verarbeitetes Gerät aus. Dieses Gerät ist mit rund 240€ extrem günstig und spielt im unteren Segment eine wichtige Rolle im Android Segment. Man bekommt ein sehr kleines aber schon leistungsfähiges Handy. Darüber gibt es natürlich noch die Desire und i9000 Handys. Aber wenn ich später doch auf Windows Phone 7 wechseln sollte, war es nicht so teuer und schön klein ist auch nen riesen Vorteil.
Die Software – einfacher Einstieg und ein perfekter Touchscreen als Basis
Die Hardware ist sicher nicht so wichtig. Viel mehr kommt es mir ja auf die inneren Werte von dem Gerät an. Während man bei dem Motorola Handy noch viel konfigurieren musste, liefert HTC mit der Sense Oberfläche schon deutlich mehr mit. Ich habe ein gut eingerichtetes Handy in der Hand, mit dem man sich auch fix zu Recht findet. Die unterstützende Bildschirmtastatur arbeitet mit einer kleinen Vibration als haptische Rückmeldung sehr gut. Vor allem das direkt ansprechende Touch-Display ist extrem gut zu bedienen. Da wirkt das schrubben mit dem Stift bei Windows Mobile schon sehr altertümlich! Auch das hineinfindet in das Betriebssystem geht sehr gut von der Hand. Selbst die ersten Anwendungen sind mit dem gut zu bedienenden Android Market fix installiert.
Die Synchronisation – erste Ernüchterung es gibt aber auch Lösungen für die Probleme
Neben dem Telefon und den SMS sind die Kontakte, Termine und Mails auf einem Smartphone unheimlich wichtig. Das Android Handy bietet einen Exchange Client mit an. Dieser ist einfach einzurichten und braucht sogar nicht mal das dämliche Zertifikat, was das Microsoft Windows Mobile benötigt hat. Abruf der Mails, Termine und Kontakte funktioniert super. Selbst die Kontaktfotos sind dort, wo man sie braucht :) Doch gibt es leider nur Platz für ein Exchange Konto. Aber wer hat überhaupt schon einen Exchange Server herumstehen? Hotmail oder Yahoo boten bis Anfang der Woche noch kein Active Sync für die Mails an. Der Abruf über POP3 ist für Hotmail bisher das Maximum und leider nicht überzeugend. Mit IMAP kommt man etwas weiter – aber der Wechsel von Yahoo zu Gmail war dann doch die Wahl. Gmail funktioniert, wie nicht anders zu erwarten, super mit dem Android Handy. Seit dieser Woche gibt es Hotmail mit Active Sync – da man aber keine 2 Konten mit Exchange im Android registrieren kann, fällt der Test leider erst mal flach :( Somit heißt es weiter: it5000 per Exchange Client und privat per Google… Neben den Mails kommen aber noch Kontakte und Termine in die Betrachtung. Gmail kann keine Kontakte synchronisieren und die Anbindung für die Termine im Outlook ist mittelmäßig. HTC bietet aber eine ordentliche Sync Software für den PC. Leider funktioniert dies aber nicht Kabellos, sondern nur per USB oder Bluetooth. Das ist schade, da man ja alles per Internet am liebsten machen möchte… Somit ist dieser Punkt sehr komfortabel gelöst – aber nur wenn man sich von der Konstellation her auf ein System einigen kann.
Weitere Apps – Surfen leicht gemacht auf dem mini Bildschirm
Neben dem die Synchronisation steht ging es an die Suche nach den weiteren Anwendungen. Der Browser ist wirklich toll und wenn man Flash ausschaltet auch echt fix. Somit hat Steve Jobs doch recht, wenn er sagt das Flash auf solchen mobilen Geräten nicht so der Bringer ist. Kommt aber doch mal eine Seite, die Flash braucht zeigt das Handy im Gegensatz zum iPhone dieses Applet doch sauber an. Silverlight ist leider noch nicht verfügbar, was ich extrem schade finde – aber dazu später mehr. Der Browser hat eine extrem geniale Funktion. Die Zoom Funktion… Mit dieser Funktion kann man sich den Text einfach mit den Fingern so groß einstellen, wie man es zum Lesen braucht. Was aber der absolute Hammer ist, ist dass der Browser erkennt, welchen Abschnitt man lesen mag. Hier wird der Umbruch genau so gemacht, dass man sauber lesen kann. Hierfür gibt es eine Top-Bewertung des mobilen Browsens… Genial, wie das selbst auf dem recht kleinen Display von meinem Wildfire geht. Den Opera Mini Browser, den ich getestet habe war bedeutend schneller, da die Seiten auf dem Server nochmals komprimiert werden. Auch eine geniale Technik. Aber mit diesem Zoom vom Chrome Browser kann man einfach noch mehr Zeit sparen.
Karten und Navigation – Tolle Lösungen, wie man es von Google erwartet
Die Google Maps Anwendung ist extrem gut auf dem Android Handy gemacht. Sie bietet sehr gute Orientierungen und super Tipps und Tricks rund um den Standort. Die Navigation ist auch möglich. Ohne Street-View kommt sie aber noch nicht mit den Navigons dieser Welt mit. Kostenlos ist die Anwendung aber und daher kann man auch hier nicht meckern. Vor allem die extrem schnelle GPS Positionierung ist super. Während mein Navigon 1-2 Minuten für die Positionierung braucht, ist bei dem Android Handy die Position schon nach 5-10 Sekunden verfügbar. Selbst die Wegaufzeichnung ist mit Tracks gratis. Speziell die Suche um die aktuelle Position mit den Bewertungen von Qype ist kaum zu schlagen. Weltklasse, was einem da mit dem Handy zur Verfügung steht! Über den Market gibt es noch weitere Navigationslösungen – aber auch mein altes Windows Mobile Handy bot solche Möglichkeiten. Hier ist jedoch alles integrierter und flotter. Das Android Betriebssystem ist generell Lichtjahre schneller als das Windows Mobile.
Weitere Anwendungen - Der Market und der Akku
Über die Suche von dem Android Market findet man schon einiges. Auch die Beschreibungen und Bewertungen sind gut. Aber eine Eingrenzung auf Themen ist da schon schwieriger. Je nach Gerät werden auch nicht alle Anwendungen angezeigt. Bei dem neuen Wildfire Handy waren anfangs nur rund 30% der Anwendungen freigeschaltet. Nach und nach würde ich jetzt sagen, dass rund 80% verfügbar sind. Der Rest ist entweder nicht für das Wildfire geeignet (Auflösung) oder der Entwickler hat es wohl vergessen… Ich habe daher auf der Seite Androidpit.de weiter nach Anwendungen gesucht. Über diese Seite kann man auch Anwendungen als APK Downloaden. Diese kann man dann selbst auf dem Handy installieren ohne den Market zu nutzen. Die meisten Anwendungen liefen auch mit der kleinen Auflösung des Wildfire gut. Ich finde es einfach nur toll, wie einfach und fehlerfrei eine solche Installation von sich geht. Ich habe quasi, ob freigegeben oder nicht, nie einen Fehler mit einer Anwendung gehabt. Android ist hier perfekt und sehr ausgereift. Die Anwendungen selbst sind jedoch nicht alle Top. Im schlimmsten Falle saugen Sie ohne Verwendung im Hintergrund Strom vom Akku. Dieser war mit schlechter Konfiguration und ohne Taskmanager fix leer (maximal 1 Tag). Nach einer Weile Übung mit dem Taskmanager und den richtigen Anwendungen ist es nun aber wieder voll OK von der Leistung her (3 Tage bei mittlerer Nutzung – 2 Tage bei intensiver Nutzung).
Was für Apps braucht man noch?
Neben den oben schon genannten Hauptanwendungen braucht man einen Barcodescanner. Hier ist Barcoo echt super. Es dient als guter Preisvergleich, für Produktangaben bei Lebensmittel und bei Links, die zum Beispiel auf der Androidpit Seite zu finden sind. Von der Banking Anwendung über Gebrauchtwagen bis zum Railnavigatior gibt es echt gute Software in dem Market. Viele Anwendungen sind komplett kostenfrei. Andere sind für wenig Geld zu haben. Wer auf Androidpit sich mein Profil ansieht kann auch sehen, was ich sonst noch für Anwendungen nutze und damit auch empfehle… Ich will mich jetzt nicht weiter mit Anwendungen aufhalten, bin aber immer noch über das geniale Deployment über den Market begeistert.
Einstellungen – Nicht so überfrachtet wie Linux und einfach erlernbar
Wenn man davon ausgeht, dass Unix Android als Basis dient, würde man denken, dass es das gleiche Chaos wie Linux ist. Das kann man aber nicht sagen. Es wird einem nur das angeboten, was man wirklich braucht. Man kann am Android Handy nicht wirklich alles frei einstellen, wie man es bei Linux könnte. Dafür stimmt die Oberfläche und die Bedienung, wie man es auch bei Google erwarten würde. Somit ist das Android System sicher kein weiterer Linux Clone, der schlecht zu bedienen ist. Dass man einen Filemanager erst noch installieren muss, finde ich schon schade – aber auch hier gibt es Clients, die direkt Netzlaufwerke mounten können. Dies konnte nicht mal Windows Mobile so einfach!
Programmierbarkeit – Es ist kein Visual Studio und kein Hyper-V!
So, nun wollte ich auch mal testen, wie man für das Android Handy programmieren kann. Das SDK heruntergeladen und installiert. Hiermit kann man virtuelle Maschinen mit Android aufbauen. Leider ist das System aber von der Bedienung nicht so gut. Man hätte hier von Google lieber etwas bestehendes, wie Virtual Box nutzen sollen. Aber Google hat Streit mit Oracle und funktionieren tut es auch so… Was mich total aufregt ist aber, dass der Market in diesen Maschinen nicht verfügbar ist. Somit kann man nicht einfach mal testen… Nur wenn man Android 1.6 nimmt geht der Market. Man kann so APK Dateien selbst installieren – aber richtig durchdacht ist der Verzicht auf den Market in der virtuellen Maschine nicht! Na gut, jetzt kommt das erste Hallo Welt mit Eclipse. Auch dies ist mit der Anleitung als Plugin möglich und auch machbar. Aber so Anwenderfreundlich ist die Installation auch hier nicht. Und wo ist der GUI Designer? Hier darf man sich XML Dateien für die Oberfläche generieren. Die Entwicklung ist für einen Visual Studio experten echt eine ernüchternde Sache! Das Programmieren macht einfach keinen rechten Spaß. Wäre Silverlight schon verfügbar, wäre alles im Lot. So kann man nur hoffen, dass sich hier etwas tut. Für Microsoft stellt dies eine große Chance dar. Die Entwicklung für Windows Phone 7 ist echt smart und wenn Silverlight für Android verfügbar ist, braucht man nur 1x zu Programmieren. So kann übrigens auch Nokia Silverligt. Hier könnte Microsofts Rettung liegen. Denn auch auf dem Tablet kann ich mir mittlerweile Android sehr gut vorstellen! Erfolgt die Programmierung jedoch mit Silverlight haben auch die Entwickler etwas von dem Trend und Microsoft setzt seine Produkte als Konkurrent gut ins Rennen…
Fazit – Geniales System aber schlechte Anwendungsentwicklung
Ich kann nur als Fazit sagen, dass Android eine tolle Plattform im Betrieb ist. Nach so einer kurzen Entwicklungszeit hat man ein sehr gutes Betriebssystem, was auch Windows 7 auf den Tablet Geräten gewaltig Konkurrenz machen wird. Auch Windows Phone 7 gebe ich dank der miesen Programmiermöglichkeiten noch eine gute Chance. Mal sehen, wo Android in einem Jahr steht… Ich bin schon begeistert, was Google hier so auf die Beine gestellt hat!