Hyper-V Cluster erstellen
Ich bin gefragt worden, wie ein Cluster vom Hyper-V erstellt werden kann. Die Vorstellung, dass man einfach zwei Server installiert und sich die VHD's synchronisieren ist zwar echt verlockend, doch geht das leider nicht so einfach. Eine solche kontinuierliche Replikation ist mit dem SQL Server 2005 oder dem sonst so altmodischen Lotus Notes möglich, aber nicht mit dem normalen Windows Cluster Dienst vereinbar.
Alternativen
1. Double Take
Das Programm Double Take ist nicht günstig, kann aber einen Rechner 1 zu 1 online klonen und immer Syncrhron halten. Die Software ist für Server 2003 zertifiziert. Ob oder wann der Hyper-V Clusterdienst unstützt wird ist hier aber vollkommen unklar, auch wenn die Lösung bereits auf einfacher Hardware laufen sollte!
2. Veritas Cluster
Eine Replikation wie oben beschrieben kann mit dem teueren aber guten Veritas Cluster erreicht werden. Mir ist aber nicht bekannt, ob Server 2008 und Hyper-V von Veritas unterstützt werden oder für wann die Unterstützung avisiert wird.
3. Microsoft Cluster
Die zur Zeit einzig "richtige" Möglichkeit ist den Microsoft Cluster Dienst zu verwenden. Hierzu installiert man den ersten Server, dann den zweiten. Nun weißt man dem ersten die SAN oder auch ISCSI Festplatten zu. Danach wird der Cluster über die Windows Boardmittel eingerichtet. Erst nach dieser Einrichtung darf der zweite Server die Platten sehen, da bei NTFS im Gegensatz zu Linux nur ein Server exklusiv auf so einen Clusterdatenträger schreiben darf. Das hat Vor- und Nachteile. Ein Streaming wie beim VMWare ESX wird durch diese Architektur ausgeschlossen, dafür wird aber die Sicherheit by Default deutlich erhöht. Danach kann nun der zweit Clusterknoten auch mit Clusterdienst in den neuen Cluster hinzugenommen werden. Was sich einfach anhört ist in der Praxis zwar mit dem Server 2008 wesentlich einfacher geworden, doch ist es immer noch nicht trivial. Denn Erfahrung mit dem Thema und zertifizierte Hardware sollte hier selbstverständlich sein. Erfahrung kann man hier auch mit einem internen Cluster im Hyper-V sammeln!
Clusterhardware
Die ideale Clusterhardware ist natürlich ein redundantes SAN, aber das kostet sehr viel Geld. Daher kann man auch ein ISCSI San verwenden, wenn man günstig einsteigen möchte. Hier empfiehlt sich zum Beispiel Promise VTrak als Speicher ISCSI Target. In diese Promise Racks können 8-16 Festplatten gesteckt werden. Somit wären bei 750GB Festplatten und RAID 1 Spiegelung rund bis zu 5 TB (mit einer Hot Spare Platte) möglich. Um den Server gegen Überspannung oder Brand abzusichern sollte diese Hardware auch noch mal in ein zweites Rechenzentrum gestellt werden. Die Verbindung zu den Servern sollte über ein eigenes Netzwerk gemacht werden und es empfiehlt sich 10GBit LAN separat ohne Anschluss an die normale LAN zu verwenden. Die beiden Geräte untereinander werden ebenfalls verbunden. Womöglich sogar doppel über einen zusätzlichen Switch!!! Eine solche Lösung kostet ohne die notwendigen Netzwerkkabel rund 10000 für beide Systeme. Da der Kabelweg unterschiedlich lang sein kann, muss hier besonders auf die Gegebenheiten des Rechenzentrums geachtet werden!
Openfiler als Open-Source Software
Als Alternative kann man sich auch noch den Openfiler anschauen, der auf Linux / Open Soruce Basis auch ein SCSI Target bereistellen kann. Der Support und die Zuverlässigkeit würde ich aber im Vergleich zum Promise als deutlich kritischer sehen.
Software auf Windows Basis / Windows Storage Server
Auch für Windows gibt es diverse ISCSI Software. Da die Software aber sehr teuer ist und Microsoft selbst eine Lösung davon aufgekauft und in den Storage Server ingegriert hat bleibt nur die Empfehlung den Windows Storage Server mit ins Auge zu nehmen. Auch hier gibt es sehr gute Lösungen für Storage, die im bezahlbaren Rahmen bleiben. Die Administration ist mit der Windows Oberfläche für einen "normalen" Windows Admin besonders einfach und effizient. So kann hier ein Clusterpaar für ISCSI Target mit SQL, Exchnage, Hyper-V und auch für den normalen NAS Storage mit Speicherkontingenten der Windows File Services genutzt werden.